Avodah Zarah 136

Kapitel 136

א כדרבי זירא ת"ש מסיפא היין שנפל לתוך עדשים וחומץ שנפל לתוך גריסין אסור ור"ש מתיר והא ה"נ דפגם מעיקרא ופליגי
1 nach R. Zera zu erklären, so komm und höre den Schlußsatz: Wenn [verbotener] Wein in Linsen oder Essig in Graupen gekommen ist, so sind sie verboten und nach R. Šimo͑n erlaubt. Hierbei ist ja [die Geschmacksverleihung] ebenfalls von vornherein verschlechternd, und sie streiten.
ב וכי תימא ה"נ כדשני ליה עולא לרבי חגא כשהשביח ולבסוף פגם ומי פליגי כשהשביח ולבסוף פגם והא קתני נפל של תרומה תחלה דברי הכל אסור
2 Wolltest du erwidern, man erkläre auch dies ebenso, wie U͑la dem R. Ḥaga erwidert hat, in dem Falle, wenn sie vorher verbessernd war und nachher verschlechternd wurde, so streiten sie ja nicht über den Fall, wenn sie zuerst verbessernd war und nachher verschlechternd wurde, denn er lehrt, wenn der der Hebe zuerst hineingekommen ist, stimmen alle überein, daß er verboten sei.
ג אלא לאו ש"מ בפגם מעיקרא מחלוקת שמע מינה
3 Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß sie über den Fall streiten, wenn sie von vornherein verschlechternd war. Schließe hieraus. –
ד הני תלתא בבי דקתני למה לי בשלמא בבא דסיפא קמ"ל בפוגם מעיקרא מחלוקת מציעתא נמי השביח ולבסוף פגם דברי הכל אסור
4 Wozu braucht er all diese drei Fälle zu lehren? Allerdings lehrt er uns im Falle des Schlußsatzes, daß sie über den Fall streiten, wenn sie von vornherein verschlechternd war; ebenso lehrt der Mittelsatz, daß, wenn er zuerst verbessernd war und nachher verschlechternd wurde, alle übereinstimmen, daß es verboten sei;
ה אלא רישא למה לי השתא ומה סיפא דלא קא משבח כלל אסרי רבנן רישא דקא משבח מיבעיא
5 wozu aber ist der Anfangsatz nötig: wenn im Schlußsatze, wo eine Verbesserung überhaupt nicht vorhanden war, die Rabbanan es verbieten, um wieviel mehr im Anfangsatze, wo sie zuerst verbessernd war!?
ו אמר אביי רישא לר"ש אצטריך והכי קאמרי ליה רבנן לר"ש עיסה זו ראויה להחמיץ בשתי שעות מי גרם לה שתחמיץ בשעה אחת איסור
6 Abajje erwiderte: Der Anfangsatz ist wegen der Ansicht R. Šimo͑ns nötig. Die Weisen aber sprachen zu R. Šimo͑n wie folgt: Dieser Teig sollte in zwei Stunden sauer werden, und nur das Verbotene verursachte, daß er in einer Stunde sauer geworden ist. –
ז ור' שמעון כשהשביחו שניהם השביחו כשפגמו שניהם פגמו
7 Und R. Šimo͑n!? – Beide haben zusammen [den Geschmack] verbessert und beide haben ihn zusammen verschlechtert. –
ח לר"ש ליצטרף היתר ואיסור בהדי הדדי וליתסר
8 Sollten doch nach R. Šimo͑n das Verbotene und das Erlaubte vereinigt werden und den Teig verboten machen!? –
ט ר"ש לטעמיה דאמר אפי' איסור ואיסור נמי לא מיצטרפי
9 R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, daß nicht einmal zwei verbotene Dinge vereinigt werden,
י דתנן הערלה וכלאי הכרם מצטרפין ר"ש אומר אין מצטרפין
10 denn wir haben gelernt: Ungeweihtes und Mischfrucht werden miteinander vereinigt; R. Šimo͑n sagt, sie werden nicht vereinigt.
יא ההוא עכברא דנפל לחביתא דשיכרא אסריה רב לההוא שיכרא אמרוה רבנן קמיה דרב ששת נימא קסבר נט"ל אסור
11 Einst fiel eine Maus in ein Faß Met, und Rabh verbot diesen Met. Die Jünger erzählten dies R. Šešeth [und bemerkten hierzu:] Es wäre also anzunehmen, daß er der Ansicht ist, es sei verboten, auch wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist?
יב אמר להו רב ששת בעלמא סבר רב נט"ל מותר והכא חידוש הוא דהא מימאס מאיס ובדילי אינשי מיניה ואפילו הכי אסריה רחמנא הלכך נט"ל נמי אסור
12 R. Šešeth erwiderte ihnen: Sonst ist Rabh der Ansicht, wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, sei es erlaubt, nur bildet dieser Fall eine Ausnahme; solches ist ja ekelhaft und die Leute ziehen sich davon ohnehin zurück, dennoch hat der Allbarmherzige es verboten; daher ist es in diesem Falle verboten, obgleich die Geschmacksverleihung verschlechternd ist.
יג אמרו ליה רבנן לרב ששת אלא מעתה ליטמא לח ויבש אלמה תנן מטמאין לחים ואין מטמאין יבשים
13 Die Jünger entgegneten R. Šešeth: Demnach sollten diese sowohl feucht als auch trocken verunreinigen, während wir gelernt haben, diese verunreinigen nur feucht und nicht trocken!? –
יד ולטעמיך שכבת זרע תטמא לח ויבש אלמה תנן מטמאין לחין ואין מטמאין יבשין
14 Nach dieser Auffassung sollte auch der Same sowohl feucht als auch trocken verunreinigen, während wir gelernt haben, diese verunreinigen nur feucht und nicht trocken!?
טו אלא מאי אית לך למימר שכבת זרע אמר רחמנא בראויה להזריע ה"נ במותם אמר רחמנא כעין מותם
15 Du mußt also erklären, der Allbarmherzige spricht von Samen, nur der zu befruchten geeignet ist, ebenso gebraucht der Allbarmherzige bei diesen [den Ausdruck] tot, wenn sie wie bei ihrem Tode sind.
טז מתקיף לה רב שימי מנהרדעא ומי מאיס והלא עולה על שלחן של מלכים אמר רב שימי מנהרדעא לא קשיא הא בדדברא הא בדמתא
16 R. Šimi aus Nehardea͑ wandte ein: Sind sie denn ekelhaft, sie kommen ja auf die königliche Tafel!? (R. Šimi aus Nehardea͑ erwiderte:) Das ist kein Einwand: eines gilt von der Feldmaus und eines gilt von der Stadtmaus.
יז אמר רבא הלכתא נותן טעם לפגם מותר ועכברא בשיכרא לא ידענא מאי טעמא דרב אי משום דקסבר נותן טעם לפגם אסור ולית הלכתא כוותיה אי משום דקסבר נותן טעם לפגם מותר ועכברא בשיכרא אשבוחי משבח
17 Raba sagte: Die Halakha ist: wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, so ist es erlaubt, was aber der Grund Rabhs im Falle von der Maus im Met war, weiß ich nicht. Entweder ist er der Ansicht, es sei verboten, auch wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, und die Halakha ist nicht wie er, oder ist er ebenfalls der Ansicht, wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, sei es erlaubt, nur wirke eine Maus auf den Geschmack des Mets verbessernd.
יח איבעיא להו
18 Sie fragten: